Eine Reise in die Stadt der Fahrräder – Amsterdam

„Voorzichtige, fiets!“ oder wie wir es sagen würden „Achtung, Fahrrad!“ hört man hier öfters. Kein Wunder, ich habe selten so viele zweirädrige Gestelle gesehen wie hier. Gemäss Reiseführer sind es sogar mehr als Einwohner, diese Stadt zählt nämlich über 880’000 Fahrräder.

Aber, alles auf Anfang, du weisst ja noch gar nicht, um was es sich in diesem Artikel handeln wird. Es ist nämlich so: schon seit geraumer Zeit steht „Amsterdam“ ganz oben auf meiner „das-möchte-ich-unbedingt-mal-sehen-Liste“. Und im März 2019 war es endlich so weit, ich durfte Amsterdam für ganze 5 Tage unsicher machen! Was ich dort alles gesehen und erlebt habe, möchte ich dir in diesem Blogpost zeigen.

Schon früh fing das Abenteuer an, um genau zu sein am 7. März 2019 um 3.00 Uhr, denn dann ging der Wecker meines Freundes los. Etwas verschlafen aber voller Vorfreude stellte ich mich unter die Dusche… Gut, to much information, ich denke, wir fahren bei der Ankunft um etwa 10.00 Uhr in Amsterdam fort.

Unser Hotel Namens Iron Horse haben wir super gefunden. Auf dem Weg dort hin allerdings fiel uns etwas besonders auf: Ja, verstehen wir die Amsterdamer denn nun oder nicht? Holländisch ähnelt sehr unserer Sprache und darum, so scheinen wir beim Vorbeigehen zu glauben, verstehen wir das Gebrabbel der Leute. Mein Freund bezeichnet die Sprache als „Sims-Sprache“. Hat doch tatsächlich auch was von dem Gebrabbel in dem Game, findest du nicht auch?

Im Hotel angekommen machten wir uns sogleich auf den Weg, ohne überhaupt gross zu wissen, wohin wir eigentlich wollten. Das erste Foto mit einem der vielen tollen Kanäle war schnell geschossen und auch das nächste liess nicht lange auf sich warten. Bis dann plötzlich, wir durch einen Blumenmarkt schlenderten und später feststellten, dass es sich hierbei um den sogenannten „Bloemenmarkt“ handelte.

Weiter erforschten wir ein Strässchen nach dem anderen bis dann plötzlich nicht mehr eine Schaufensterpupe mich durch die Scheiben der kleinen Boutique anlächelte, sondern eine echte Dame! Kurz und knapp: wir haben wohl das Rotlichtviertel gefunden. Zu Beginn schaut man ja irgendwie noch hin, nur irgendwann wagt man es kaum noch, seinen Blick zu heben, da das Schaufenster oder genauer gesagt die Person dahinter eben zurück starrt – komisch und irgendwie unangenehm zu gleich.

Weiter nach „da gehen wir rechts“, „komm wir gehen noch zwei Strassen weiter“ und „wie wäre es, wenn wir hier links abbiegen?“ kamen wir dann zu einer Einkaufsstrasse. Meinen Vorsatz, nicht noch mehr Frauen-Dinge zu kaufen wurde schnell über Bord geworfen. Meine Shoppingsucht nahm überhand und schon steckte ich meine schwarzen Pumas in den Rucksack und verliess den Laden mit neuen, glänzenden, goldenen Schuhen. Aber mal ehrlich, an diesen Schuhen konnte ich wirklich nicht vorbei laufen! Und das fand natürlich auch mein Shopping-Engelchen auf meiner linken Schulter und so gesellte sich zu den Schuhen ganz schnell mal noch eine, wie ich finde, obercoole Cap. Musste ich eben auch zwingend haben, denn sie passte perfekt zu meinem morgigen Outfit!

Mal abgesehen von meinen Einkäufen brummte uns nach ungefähr 4 Stunden „wir-schlendern-mal-durch-Amsterdams-Strassen“ den Magen und so mampften wir dann noch schnell einen Donut.

So, jetzt aber fertig, das frühe Weckerklingeln machte sich bemerkbar, also zogen wir uns nach diesem „kleinen“ Marsch zurück in unser Hotelzimmer, legten uns für ein kleines Nickerchen hin und verliessen das Zimmer erst wieder, als uns erneut der Magen brummte. Diesen füllten wir in einem, wie ich sagen würde, etwas speziellerem Lokal, welches den Bierzapfhahn gleich im Tisch integriert hatte. Und so gönnte sich doch mein nicht trinkender Tiago auch mal ein, nein, sogar zwei(!) Bierchen.

Was ich mir nach diesem ersten Tag in Amsterdam geschworen habe: Ich möchte unbedingt mal sein wie ein Amsterdamer – durch die Stadt mit einem Fahrrad düsen!

Gesagt, getan, gleich am nächsten Morgen mieteten wir uns beim Hotel zwei Fahrräder. Wir taten es also wie die Amsterdamer und traten kräftig in die Pedalen. Schnell aber bogen wir von den „normalen“ Fahrradsträsschen ab und fuhren in den Vondelpark, der sich glücklicherweise nicht weit von unserem Hotel befand. Doch auch hier waren die velofahrenden Amsterdamer vorzufinden und man musste wirklich aufpassen, um nicht einem von ihnen den Weg abzuschneiden – die hatten auch, wie ich es ausdrücken wurde, „es huere Tempo“ drauf.

Nachdem wir den Park und seine Bescher hinter uns gelassen hatten, ging es weiter an unzähligen, schiefen Häuschen vorbei, über eine Zugbrücke bis hin zum Huis te Vraag. Wer sich jetzt denkt, dass dies ein Haus von irgendwas sei, liegt falsch, es war tatsächlich ein Friedhof. Um genauer zu sein einer der ältesten Friedhöfe, die ich jemals zu Gesicht bekam. Das älteste Grab war sage und schreibe 150 Jahre alt! Doch, nicht nur die Gräber waren eindrücklich und leiteten zum Nachdenken, der ganze Ort schien friedlich und mysteriös zugleich.

Auch diesen Ort liessen wir aber irgendwann hinter uns und düsten weiter zurück ins Hotel. Denn, unser Fazit vom „sein-wie-ein-Amsterdamer“ war ganz klar: Fahrradfahren in Amsterdam ist nichts für schwache Nerven! Was uns auch später die Dame an der Rezeption unseres Hotels mit einem Lächeln bestätigte.

Lange dauerte unser Aufenthalt im Hotel aber nicht an, denn der Hunger machte sich in uns breit. Nicht weit von uns gibt es die besten Hotdogs, die wir je gegessen haben – Bulls and Dogs hies das unscheinbare aber gemütliche Lokal. Also machten wir uns auf den Weg dort hin und mampften unsere super leckeren, speziellen Hot Dogs.

Gestärkt und voller Vorfreude nahmen wir Kurs auf zum botanischen Garten. Die Enttäuschung war riesig, als wir erfuhren, dass der Garten in 10 Minuten schliessen würde. Etwas niedergeschlagen verliessen wir den Empfang wieder und stürzten uns erneut auf die Strässchen vom Zentrum von Amsterdam.

„Der Geruch, der die Stadt niemals verlässt“, so haben wir ihn betitelt und du weisst sicherlich genau, von was wir sprechen. Es ist etwas, was wir uns vor unserer Reise nach Amsterdam fest vorgenommen haben: tun, was man eben in Amsterdam tun muss. Und da sprechen wir nicht vom Fahrradfahren.

Vorbildlich steuerten wir also erneut aufs Rotlichtviertel zu und besuchten dort das Hanf Museum. Wir wollten schliesslich wissen, auf was wir uns später einlassen würden.

Mit etwas unnützem Wissen über die Hanfpflanze öffneten wir kurz später die Tür eines Coffeeshops. „Einen Spacecake und einen Joint für Unerfahrene bitte“ gab mein Freund unsere Bestellung auf. Jetzt schon kichernd, alleine von dem Gedanken daran, stiegen wir die kleine Treppe hinauf und gesellten uns in ein kleines Räumchen zu den anderen Konsumierenden. Meine Hälfte des Spacecakes war schnell verputzt, schmeckte eben wie ein normales Stück Schokokuchen, nur mit dem Unterschied, dass sich in ca. einer Stunde, so sagte man uns, die Wirkung des speziellen Inhaltes des Kuchens bemerkbar machen wird. Die Wirkung des Joints meines Freundes allerdings sollte sich ziemlich schnell zeigen. Ich konnte es mir natürlich nicht verkneifen, auch mal einen Zug zu nehmen – was tut man nicht alles für ein, wie ich finde, geniales Foto!?

Wir verabschiedeten uns wieder und gingen zurück auf die Strassen von Amsterdam. Bei mir war alles, wie es sonst war. Und leider musste ich auch später feststellen, dass der Spacecake wohl nicht die gewünschte Wirkung zeige. Mein Freund allerdings, auch wenn er sagte, er fühle sich wie immer, hat seinen ersten Joint gut vertragen. An einem riesen Kecks mampfend schlenderte er gemütlich hinter mir her, leckte ca. 5 Minuten lang die Schokolade von seinen Fingern, hüpfte zwischen den Strassenlaternen hin und her und musste ab und zu mal Kichern, obwohl es eigentlich nichts zu Kichern gab. Es war äusserst amüsant, meinem Freund bei einem „ach-ist-das-Leben-schön-Moment“ zu beobachten. Doch, trotz den 2-3 Dingen, zu denen das Gras ihn zwang, blieb die erhoffte Wirkung aus. Vielleicht sind wir immun? Oder haben irgendwas falsch gemacht? Das werden wir wohl erst erfahren, wenn wir es erneut versuchen…

Am nächsten Morgen allerdings wünschten wir uns, dass die Wirkung des Heilmittels Hanf wirklich gewirkt hätte und so lange andauern würde, denn von dem vielen Laufen und Fahrradfahren taten uns mächtig Beine und Füsse weh. Das hielt uns aber natürlich nicht davon ab, denselben Weg wie gestern noch einmal zu gehen: zum botanischen Garten. Heute allerdings noch ein paar Schritte weiter, bis ins Innere des Gartens. Wie ein botanischer Garten ungefähr aussehen könnte, muss ich bestimmt nicht erzählen: grün, grün und nochmals grün. Das Schönste an diesem Garten allerdings war nicht grün, sondern manchmal orange, manchmal blau und manchmal ein Gemisch aus allen Farben; ich spreche von den Schmetterlingen. Denn auch diese sind im botanischen Garten von Amsterdam vorzufinden.

Als wir den leider noch nicht blühenden Garten wieder verliessen, folgten wir den Amsterdamer Strässchen bis zum Bahnhof. Dort angekommen hatten wir dank Reiseführer ein Ziel: Der Wartesaal der Königsfamilie. Anscheinend, so haben wir gelesen, müsse es dort ein chices Café geben. Du kannst dir vorstellen, wie gross die Enttäuschung war, als wir feststellen mussten, dass dieses Café nicht mehr existiert – wir standen vor einer grossen Tür ohne Türknauf und konnten nur durch die grossen Fenster einen Blick erhaschen, wie das wohl hätte aussehen können.

Grund unseres Besuches am Bahnhof war aber nicht alleine dieses Café, sondern auch, damit wir uns informieren konnten, wo später unser romantisches Date statt finden wird, aber dazu später mehr.

Auf Empfehlung meines Vaters besuchten wir eine Kirche, die eigentlich gar keine Kirche, sondern eines der unzähligen, schiefen Reihenhäuschen war. Früher, als die Gottesdienste nicht geduldet wurden, gab es Leute, die Kirchen auf ihrem Dachboden einrichteten und dort die Predigten durchführten. Und genau so eine Kirche auf dem Dachboden gingen wir besichtigen. Es war unglaublich beeindruckend, die engen Treppen hochzuklettern und oben angekommen in einer verhältnismässig riesigen Kirche zu stehen.

Die engen Treppen wieder heruntergestiegen, standen wir erneut auf den Strassen von Amsterdam und vertrieben uns die Zeit, bevor unser Date klar Schiff machte, mit Bummeln. Und was für ein Shoppingerlebnis das war! Man spricht doch von Dingen, die eine Frau einmal im Leben besitzen muss. Eines dieser Dinge, und jetzt halte dich fest, ist ein Trenchcoat von Burberry und genau so ein Trenchcoat besitze ich nun! Den Jahrgang dieses Secondhandstückes gilt es noch rauszufinden. Ich bin mir allerdings ganz sicher, dass bald schon auf diesem Blog eine Geschichte aus dem Ankleidezimmer über den Trenchcoat von Burberry vorzufinden sein wird.

Jetzt aber los, ab zu unserem Date auf dem Wasser! Mein Freund und ich nämlich buchten uns ein Dinner auf einem der Kanalboote von Amsterdam. Ein 4-Gänge-Menü vom feinsten und ein paar spannende Fakten über die Stadt später, legte das Boot schon wieder an und wir schlenderten gemütlich und zufrieden in unser Hotel zurück.

Der eigentlich letzte Tag war nicht sonderlich spektakulär. Wie von den ganzen 4 Tagen Citytour erwartet, regnete es heute ausnahmsweise mal. Das war aber nicht weiter schlimm, unsere Füsse taten so oder so weh und wir waren viel zu müde, um noch gross etwas anschauen zu wollen. Also gingen wir noch ein Taschenmuseum besichtigen, schlenderten erneut durch die Gässchen und ehe man sich versah, waren wir bis auf die Unterwäsche nass und befanden uns am späteren Nachmittag wieder im Hotelzimmer.

Wir packten unsere 7 Sachen (und nicht zu vergessen, den Burberry Trenchcoat!) zusammen um am nächsten Morgen um 5.00 Uhr früh den Bus zum Flughafen nicht zu verpassen.

Und da sitze ich nun, am Flughafen von Amsterdam und schreibe diese Zeilen über den Städtetrip zu Ende. Highlights gab in diesen paar Tagen ziemlich viel, doch eines der grössten Ereignisse war wohl mein Trechcoat von Burberry, auch unser Dinner auf dem Boot hat mir sehr gut gefallen, der Joint war ein Erlebnis und…. Gut, man sieht schon, ich könnte dir den ganzen Trip erneut auflisten, denn es war eine super Zeit!

Warst du auch schon in Amsterdam? Gab es etwas, was du gesehen hast und ich verpasst habe? Wenn ja, dann wäre das wohl sicherlich das I’Amsterdam Zeichen, was wir vergebens suchten, denn irgendwie haben die das „reingenommen“.

Bevor ich diesen Artikel nun mit den letzten Worten zu Ende schreibe, bleibt nur noch eine Frage zu klären: Was wird wohl die nächste Stadt, die ich erkunden werde!? Tipps?

Deine Burberry-Trenchcoat-tragende-durch-Amsterdam-reisende Natascha

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Ein Gedanke zu „Eine Reise in die Stadt der Fahrräder – Amsterdam

  1. Was für billigi Krüüter hend Ihr den graucht, dasses eu nöd umghaue hät?! Im Artikel kann no vieles stah aber üch häts sicher komplett verschliffe.. Die gewünschte Wirkung blieb aus, jajajaaa 😀 I wellem Coffeeshop sinder überhaupt gsi? Hetisch mich als Adam Tourguide scho chöne fröge womer da am beste söt higah aber janu bim nächste Mal.. 😀

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