Aus dem Tagebuch einer Stilikone – Marlene Dietrich

Wenn ein Tagebuch tatsächlich Geschichten erzählen könnte, was würde das Tagebuch von Marlene Dietrich erzählen? Würde es die grausamen Zeiten zu Hitler schön reden oder würde es die nackte Wahrheit auf jeder einzelnen Buchseite wiedespiegeln? Wäre es sauber und unversehrt in einer Nachttischschublade untergebracht oder gezeichnet von Schmutz, Regen und gar Blut? Das kann wohl nur das Tagebuch von Marlene selbst erzählen…

„Ich schaue immer nach vorne, nie zurück.“ schrieb Marlene einst auf meine Seiten. Sie berichtete mir von ihrem ersten Erfolg im Film Lola Lola, den sie berühmt und nach Amerika gebracht hat. Und auch von all den darauffolgenden Auftritten schrieb sie ihre Zeilen auf meinen Seiten nieder. Doch, etwas, das machte sie ganz Besonders: sie las die Zeilen, die sie geschrieben hatte, nie ein zweites Mal. Auch ihre Filme sah sie sich nie mehr an. Marlene war eine Frau, die stehts nach vorne blickte.

Die verschmutzten Buchseiten in mir, der verruchte Ledereinband und die teils ziemlich unleserliche Schrift kommt von einer Zeit, die für uns alle schwierig war – die Zeit, als Hitler Marlenes Heimatland Deutschland regierte.

Zum Glück schrieb sie einige Jahre zuvor von ihrer Überfahrt mit dem Schiff nach Amerika, weg von all den grausamen Taten dieses Herrschers. Nur, Marlene konnte nicht einfach nur untätig dabei zusehen und entschloss sich, mit der US Army an die vorderste Front zu gehen, als einzige Frau!

„Like Lili Marleen used to do. Like Lili Marleen used to do.“ dieses Lied begleitete sie und die Soldaten zu dieser Zeit, denn sie war es, die bei ihren Auftritten in den Kriegsgebieten die Soldaten unterhielt, für sie sang und die Soldaten, auch wenn nur für einen kurzen Moment, das Leid und die Grausamkeit des Krieges mit ihrer Anwesenheit vergessen liess.

Bei vielen solcher Auftritte trug Marlene Abendkleider, zeige ihre schönen Beine und verführte „her boys“ mit ihrer Stimme. Privat allerdings, bevorzugte sie es, mit weiten Männerhosen mit geradem Bein und Bügelfalte das Haus zu verlassen. Es war ihr unverwechselbarer Stil, der genau dieser Hose den Namen „Marlene Hose“ gab.

Sie war in der Tat ein Vorbild für viele Frauen dieser Zeit. Mit ihrer Art und ihrem Stil stand sie für die Frauen, die sich von nicht und niemandem etwas vorschreiben liessen. Und genau mit dieser Art, einer Mischung aus betonter Maskulinität und verführerischer Weiblichkeit, wickelte sie die Männerwelt um ihren Finger. Nicht aber etwa, um mit ihnen zu „spielen“, sondern um diese zu unterhalten.

Die letzten Zeilen, die sie in meine Seiten schrieb, waren allerdings nicht mehr die Marlene, die man gekannt hat. 15 Jahre vor ihrem Tod zog sie sich mit mir in ihre Pariser Wohnung zurück und öffnete selbst ihren besten Freundinnen nicht mehr die Tür. Für Marlene war nämlich klar: „Ich bin und bleibe die junge, wunderschöne Marlene mit den tollen Beinen.“ und so soll das auch die Öffentlichkeit in Erinnerung behalten. Kurzum, Marlene hatte Mühe, dass sie älter wird.

Im Alter von 90 Jahren dann, schrieb sie die letzten Zeilen nieder, schloss mich und verabschiedete sich von der Welt.

Marlene Dietrich, die bezaubernde Persönlichkeit, die vielen Veteranen immer in dankbarer Erinnerung bleiben wird.

Das Geschichten-erzählende-Marlene-Tagebuch

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